Eine Tanzlinde besteht aus einer meist älteren Linde, die um den Stamm herum ein begehbares Podest in mehreren Metern Höhe trägt. Dieses Podest trägt ein Geländer und ist über eine Treppe zu erreichen. Die ersten und stärksten Äste des Baumes wachsen unter dem Podest entlang, tragen es und wachsen dann außerhalb wieder nach oben, bis der ganze Aufbau vom Baum verdeckt ist. So entsteht ein imposanter, hoher Baumpavillon, der innen einen luftigen und schattigen Raum mit guter Aussicht bietet.

 

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Tanzlinde (Effeltrich)

Die Tausendjährige Linde ist eine Sommer-Linde auf dem Dorfplatz, gegenüber der Wehrkirche im oberfränkischen Effeltrich, am westlichen Rand der Fränkischen Schweiz. Der Baum diente jahrhundertelang als zentraler Versammlungs-, Thing- und Gerichtsort und im 19. und 20. Jahrhundert als Fest- und Tanzplatz. Auffällig am Wuchs der Linde ist die flach-oval gestaltete Krone, die auf die Bastgewinnung für die Obstbaumzucht zurückzuführen ist. Die Linde gilt als die schönste der zahlreichen Dorflinden in der fränkischen Region. Der Linde werden aufgrund ihres abwechslungsreichen Lebens viele Erzählungen, Geschichten und Sagen angedichtet.

Beschreibung

Die Linde macht trotz ihres hohen Alters einen kräftigen und vitalen Eindruck, die Zweige sind bis in die Spitze noch gut belaubt und reich blühend. Die Krone ruht auf einem doppelten ringförmigen Balkengerüst mit 24 Stützen, wobei der äußere Ring auf einer 49 Meter langen und 90 Zentimeter hohen, den Baum umrundenden Steinmauer sitzt. Diese abschließende Steinmauer dient auch als Schutz des Wurzelbereiches innerhalb der Mauer. Ohne dieses Balkengerüst würde der Stamm der Linde unter der Last der starken, weit ausladenden Äste auseinanderbrechen. Zusätzlich sind einige der Äste durch jeweils zwei Eisenrohre abgestützt. Auf den gezogenen Ästen der Effeltricher Linde befand sich nie eine Tanzplattform, wie etwa bei anderen Tanzlinden, beispielsweise der Tanzlinde in Sachsenbrunn. Getanzt und gefeiert wurde stets unter dem Balkengerüst. Die Krone hat einen Durchmesser von etwas mehr als 20 Metern bei etwa sieben Meter Höhe. Gebildet wird die Krone von acht starken, waagerecht gezogenen Ästen mit Durchmessern bis zu 90 Zentimetern. Der geöffnete Stamm ist durch mehrere Eisengitter verschlossen. Der Stamm ist völlig hohl und komplett mit Mulm gefüllt. Im Stamm wächst aus dem Mulm eine etwa zehn Zentimeter starke Adventivwurzel, um Teile der Krone besser mit Nährstoffen zu versorgen. Die meisten der gezogenen und gestützten Altäste sind hohl, und es fehlt teilweise die obere Wandung, so dass die Äste nur aus einer Halbschale aus Rindenmaterial bestehen.

Das Bild der Krone hat sich in den letzten 100 Jahren etwas geändert. Eine Aufnahme des Baumfotografen Friedrich Stützer in seinem Baumbuch Die größten, ältesten oder sonst merkwürdigen Bäume Bayerns in Wort und Bild zeigt die Krone breiter und flacher als heute. Damals ragte sie noch mehrere Meter über das Balkengerüst und die abschließende Mauer hinaus, die heute in etwa die Krone begrenzt. Da seit vielen Jahren die senkrechten Triebe nicht mehr regelmäßig zur Bastgewinnung entfernt werden, hat sich die Krone auch teilweise nach oben ausgeweitet.

Die Holzmenge der Linde, ohne Wurzelholz, wird mit 36 Raummetern angegeben. Die Linde hat ein weitreichendes Wurzelnetz. In etwa 40 Meter Entfernung vom Stamm wurden recht starke Wurzeln in einem Misthaufen und in einem Keller gefunden. Zudem wurden in etwa 50 Meter Entfernung beim Graben eines Brunnens Lindenwurzeln entdeckt; dies dürfte die maximale Wurzelausdehnung sein.

 

Tanzlinde (Sachsenbrunn)

Die Tanzlinde in Sachsenbrunn ist ein Naturdenkmal und steht an der Werrabrücke in der Ortsmitte von Sachsendorf, eines Ortsteils von Sachsenbrunn im Landkreis Hildburghausen, am südlichen Rand des Thüringer Waldes. Die Sommerlinde dient seit Jahrhunderten als Fest- und Tanzplatz. Sie hat ihre auffällige Wuchsform davon, dass ihre Äste gezogen wurden, um in der Linde einen Tanzboden zu errichten, der in den Sommermonaten bei Festlichkeiten benutzt wird.

Beschreibung

Die Linde steht auf etwa 480 Meter über Normalnull und wurde kurz nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges gepflanzt. Der erste Nachweis stammt aus dem Jahre 1662, festgehalten mit dem Eintrag zwey Lindlein im Inventarium der Gemeinde Sachsendorf. Eine der beiden genannten Linden soll die heutige Tanzlinde sein. Die Linde hat eine Höhe von etwa 13 und einen Kronendurchmesser von 11 Metern. Der Stammumfang in einem Meter Höhe gemessen betrug im Jahre 1994 4,3 Meter. Die Linde ist etwa 350 bis 360 Jahre alt.

Tanzpodium

Nach dem Deutschen Baumarchiv ist die Linde eine von fünf betanzten Linden mit eingezogenem Tanzboden in Deutschland. Die anderen Linden stehen in Limmersdorf und Peesten (jeweils in Oberfranken) sowie in Oberstadt und Effelder (jeweils in Thüringen). Die Linde in Sachsenbrunn ist die älteste und umfangsstärkste. Die Äste der Linde wurden bereits in jungen Jahren so gezogen, angepflockt und zum Teil abgeschnitten, dass sich in etwa 2,5 Meter Höhe gleichmäßige Astgabelungen bilden konnten. Äste, die darüber und darunter lagen, wurden in jungen Jahren abgeschnitten, so dass die gewünschten Äste sich so kraftvoll entwickeln konnten, dass sie später die Plattform tragen konnten. Das Ziehen und Leiten der Äste, bis diese kräftig genug zum Tragen der Plattform waren, dauerte mehrere Jahrzehnte. Bei der Tanzlinde im benachbarten Effelder verstrichen vom Pflanzen der Linde bis zum Einziehen des Tanzbodens nachweislich 44 Jahre.

 

Tanzlinde (Peesten)

Peesten ist ein Ortsteil der Gemeinde Kasendorf, einem Markt im Landkreis Kulmbach (Regierungsbezirk Oberfranken). Das Dorf Peesten liegt etwa drei Kilometer nordöstlich des Marktes Kasendorf und hat mit den Ortsteilen Dörnhof und Lichtentanne 260 Einwohner. Peesten war bis zur Eingemeindung in die Marktgemeinde Kasendorf am 1. Juli 1976 selbstständige Gemeinde. Wahrzeichen des Ortes ist die Tanzlinde, die 2001 nach historischem Vorbild wieder eingerichtet wurde.

 

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