
Der Küstenmammutbaum (Sequoia sempervirens) ist ein immergrüner Nadelbaum. Er ist die einzige Art der monotypischen Gattung Sequoia aus der Unterfamilie der Mammutbäume (Sequoioideae) in der Familie der Zypressengewächse (Cupressaceae). Er wird auch Küsten-Sequoie genannt. Die im englischen Sprachraum häufig anzutreffende Bezeichnung „californian redwood“ ist nicht eindeutig, da der nahe verwandte Riesenmammutbaum ebenfalls ein „Kalifornisches Rotholz“ ist. Zur Art gehören die höchsten lebenden Bäume der Welt. Der Erstbeschreiber der Gattung Sequoia, Endlicher, hat sie wahrscheinlich nach dem Erfinder des Cherokee-Alphabets, Sequoyah, benannt. Der Küstenmammutbaum ist der Staats-Baum des US-Bundesstaates Kalifornien.
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Küstenmammutbäume können über 110 m hoch werden und einen Stammdurchmesser (BHD) von über sieben Metern erreichen. Das höchste lebende Exemplar mit einer Stammlänge von 115,55 Metern ist der „Hyperion“ im Redwood-Nationalpark im Nordwesten Kaliforniens, womit er der höchste bekannte Baum der Welt ist. Bei erwachsenen Exemplaren im Bestand sind die Stämme bis in rund 30 Meter Höhe astfrei.
In der Jugend bilden die Bäume schmale, pyramidenförmige Kronen mit schlanken Ästen aus. Alte Bäume haben eine kompakte, unregelmäßige, relativ kleine, aber dennoch schlanke Krone; die Äste sind kräftig und waagerecht.
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Der Küstenmammutbaum bildet zwei Blattformen aus.
Die erste Form sind 10 bis 20 Millimeter lange, nadelförmige Blätter, die spiralig an Langtrieben oder zweizeilig an Kurztrieben stehen. Diese Nadeln sind an der Oberseite dunkelgrün, an der Unterseite graugrün und besitzen zwei Stomastreifen. Sie sind im Querschnitt flach und ähneln Eibenblättern. Die Nadeln werden drei bis vier Jahre alt, sind also immergrün. Die Spaltöffnungen sitzen auf beiden Seiten der Nadeln. Im Querschnitt sind drei Harzkanäle zu erkennen, von denen sich einer direkt unter dem Leitbündel befindet und zwei nahe der unteren Epidermis liegen. Die langen Nadeln treten vor allem an Schattentrieben auf.
Die zweite Form sind Schuppenblätter, die spiralig an Langtrieben stehen. Sie sind rund sechs Millimeter lang, liegen dem Zweig an und sind unterseits gekielt. Sie treten vor allem im stark besonnten oberen Teil der Krone auf.
Junge Zweige sind schlank und dunkelgrün und haben einen runden Querschnitt. Die Knospen sind kugelig und grün. Sie bestehen aus 10 bis 12 eiförmigen Knospenschuppen, die auch nach dem Austreiben an der Basis des Zweiges verbleiben.
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Der Küstenmammutbaum ist einhäusig getrenntgeschlechtlich (monözisch), das heißt, weibliche und männliche Zapfen befinden sich auf dem selben Baum. Die Samenproduktion beginnt, wenn die Bäume 10 bis 15 Jahre alt sind. Die Zapfen erscheinen im Winter (Dezember/Januar) und stehen am terminalen Ende der Kurztriebe. Die länglichen, vier bis sechs Millimeter langen männlichen Zapfen stehen auch in Achseln von Nadeln. Brakteen umgeben zahlreiche Staubblätter mit je drei Pollensäcken. Die Pollen sind 28 bis 34 Mikrometer groß.
Die weiblichen Zapfen sind langgestreckt und grün. Sie bestehen aus 15 bis 20 zugespitzten Samenschuppen, die spiralig angeordnet sind. Die Samenschuppe ist mit der Deckschuppe verwachsen und trägt drei bis sieben Samenanlagen. Die eiförmigen Zapfen sind 1,8 bis 2,5 Zentimeter lang, 1,2 Zentimeter breit und hängend. Sie werden am Ende der gleichen Vegetationsperiode reif. Zur Zapfenreife färbt sich der Zapfen gelblich grün, die Zapfenschuppen werden leicht angehoben. Die reifen Zapfen verbleiben am Baum und streuen die Samen aus. Jeder Zapfen enthält 50 bis 60 Samen. Pro Baum und Jahr werden bis zu fünf Millionen Samen gebildet.
Die Samen sind 3,0 bis 4,5 Millimeter lang, rund 0,5 Millimeter breit und haben einen Millimeter breite Flügel. Das Tausendkorngewicht beträgt 3,8 bis 4,4 Gramm. Die Samen werden mit dem Wind verbreitet, jedoch meist nur 60 bis 120 Meter weit vom Mutterbaum. Nur rund 20 Prozent der Samen sind keimfähig. Dies wird als Anpassung gegen Fressfeinde gedeutet, die durch das mühsame Aussortieren der essbaren von den leeren Samen abgeschreckt werden sollen. Röntgenuntersuchungen zeigten, dass 1 bis 32 Prozent der Samen gesund sind, 0 bis 11 Prozent sind verpilzt und 58 bis 97 Prozent sind hohl oder mit Tannin gefüllt.
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Der Küstenmammutbaum zählt zu den besten Nutzhölzern. Die Gründe sind die außergewöhnlichen Dimensionen, die Dauerhaftigkeit, die Astreinheit und die technischen Eigenschaften. Der weißliche Splint ist schmal und hebt sich deutlich vom Kernholz ab. Dieses ist hellrot bis bräunlich-rot (manchmal violett). Hiervon leitet sich der im Holzhandel häufig benutzte Name „Redwood“ für das Holz des Küstenmammutbaums ab. Am Licht dunkelt das Holz nach.
Deutlich zu erkennen sind die Jahresringgrenzen sowie der Wechsel von Früh- zu Spätholz. Das Holz enthält keine Harzkanäle und besteht zu 90 Prozent aus Tracheiden. Diese sind 2,9 bis 9,3 Millimeter lang. Die Holzstrahlen sind nur mit der Lupe zu erkennen.
Die Borke wird bis 30 Zentimeter dick. Sie ist graubraun bis braun und oft tief längsrissig. Sie löst sich in langen Streifen vom Baum.
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Charakteristisch für ältere Bäume sind Knoten (engl. „burls“), unregelmäßige, knollige, verholzte Stammauswüchse nahe der Bodenoberfläche. Die Entstehung dieser Knoten ist nicht vollständig geklärt, als Ursachen werden Verletzungen wie auch Bakterien (Agrobacterium tumefaciens) und Pilze vermutet. Es gibt keine Hinweise, dass die Knoten die Vitalität des Baums vermindern. Selbst kleine Knoten enthalten hunderte Knospen. Diese kann man vom Stamm lösen und zum Austreiben bringen.
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Der Küstenmammutbaum ist ein Flachwurzler mit zahlreichen kräftigen Wurzeln, die dicht unter der Bodenoberfläche verlaufen und eine große Fläche umfassen. Es werden Mykorrhiza-Symbiosen gebildet, so z. B. mit Glomus mosseae.
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Die Art bildet häufig Stockausschläge und „Wurzelbrut“, und kann sich so natürlich verjüngen. Die Stockausschläge entstehen aus schlafenden Augen und bilden umgehend ein eigenes Wurzelsystem. Alte „Stöcke“ sind oft von einem Ring von Stockausschlägen umgeben. Auch aus einem umgestürzten Baum können durch Stockausschläge mehrere neue Bäume hervorgehen. Auch aus den oben erwähnten „burls“ bilden sich neue Sprossen.
Aus „Wurzelausschlägen“ können auch „weiße Redwoods“ hervorgehen, Bäume, die über kein Chlorophyll verfügen und vollständig vom Mutterbaum versorgt werden. Sie werden selten über drei Meter hoch, können jedoch 20 Meter erreichen. Diese Fähigkeit zur vegetativen Vermehrung wird auch in der Forstwirtschaft ausgenutzt, indem man die Art über Stecklinge vermehrt.
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Die Samen keimen epigäisch, die Keimlinge haben meist zwei Keimblätter und bilden keine Wurzelhaare aus. Die Keimblätter sind kräftig mittelgrün und sind breiter und länger als die kleinen, spiralig stehenden Folgeblätter. Das beste Keimsubstrat ist Mineralboden, wie er nach Waldbränden vorliegt. Die Samen keimen aber auch auf Stämmen und unter der Vegetation.
Das Jugendwachstum ist sehr rasch, einjährige Sämlinge können 46 Zentimeter hoch sein, vier- bis zehnjährige Bäume haben einen Jahreszuwachs von 60 bis 200 Zentimetern. Die Bäume blühen mit 10 bis 15 Jahren zum ersten Mal, die höchste Produktion von Samen tritt erst bei über 200-jährigen Bäumen auf. Das größte Höhenwachstum wird mit rund 35 Jahren erreicht. Ein erwachsenes Exemplar ist rund 90 Meter hoch. Das höchste bekannte Exemplar und gleichzeitig der höchste bekannte lebende Baum ist, wie oben erwähnt, der Hyperion mit 115,5 Meter. Zur Zeit (2006) sind zwölf Exemplare mit über 110 Metern Höhe bekannt. Der Küstenmammutbaum mit dem größten Volumen ist der Del Norte Titan im Jedediah Smith Redwoods State Park, einem Teil des Redwood-Nationalparks, mit einem Volumen von 1044,7 Kubikmetern bei einer Höhe von 93,6 Metern.
Die Art ist selbstfertil, Selbstbefruchtungsnachkommen sind jedoch in ihrer Wuchskraft schwächer.
Ein Alter von 600 Jahren ist keine Seltenheit. Das höchste Alter wurde durch Jahresringzählung mit rund 2.200 Jahren bestimmt.
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