Linden sind laubabwerfende Bäume, sie bilden keine terminalen Knospen, daher ist ihr Wuchs sympodial. Je nach Linden-Art erreichen sie Wuchshöhen zwischen 20 und 40 Meter. Der erreichbare Stammdurchmesser variiert ebenfalls von Art zu Art, liegt in der Regel zwischen 1 und 1,80 Meter. Sie können ein Alter von bis zu 1000 Jahren erreichen.
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Von Imkern sind die Linden während der Blüte als Honigquellen besonders geschätzt, weil Bienen beachtliche Mengen an Lindenblütenhonig produzieren können. Getrocknete Lindenblüten ergeben einen Heiltee, der beruhigend auf die Nerven und lindernd bei Erkältungen mit Husten wirkt.
Vor der Einführung von Leinen und Hanf verwendete man in Mitteleuropa die Fasern des weichen Lindenholzes - den Bast – zur Herstellung von Seilen, Matten, Taschen und Kleidung. Der Lindenbast wurde im Mai von jungen Linden gewonnen, indem man die Rinde abschälte, die weiche Innenseite abtrennte und ins Wasser legte, bis sich der Bast ablöste, der dann in der Sonne getrocknet wurde.
Die Linde gilt gemeinhin als Baum der Freya, ob die Germanen die Linde tatsächlich dieser Göttin zugeschrieben haben, ist aber nicht eindeutig belegt. Viele Orte in Mitteleuropa hatten früher ihre Dorflinde, die das Zentrum des Ortes bildete und Treffpunkt für den Nachrichtenaustausch und die Brautschau war. Anfang Mai wurden meist Tanzfeste unter diesem Baum – zum Teil auch auf sogenannten Tanzlinden gefeiert. Ein literarisches Denkmal hat dem Baum Wilhelm Müller in seinem Gedicht Der Lindenbaum gesetzt.
Allerdings wurde hier auch meist das Dorfgericht abgehalten, eine Tradition, die auf die germanische Gerichtsversammlung, das Thing, zurückgeht. Die Linde ist deshalb auch als „Gerichtsbaum“ oder „Gerichtslinde“ bekannt. Anders als die Stieleiche galt sie als weibliches Wesen. Bei den Germanen und den Slawen galt die Linde als heiliger Baum. Nach Kriegen (oder Pestepidemien) gab es den Brauch sogenannte Friedenslinden zu pflanzen. Die meisten erhaltenen Exemplare erinnern an den Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71, einige aber auch noch an den Westfälischen Frieden, wie etwa die "Friedenslinde am Dreierhäuschen" im thüringischen Ponitz, oder an lokale kriegerische Ereignisse wie die Zerstörung Ratzeburgs.
Auch viele Städte verdanken der Linde ihren Namen. So gibt es in Deutschland insgesamt etwa 850 Orte oder Ortsteile, deren Namen auf den Baum zurückzuführen sind.
Der Lindenbaum und besonders sein Blatt ist das Symbol des sorbischen Volkes. Auch in Tschechien gilt die Linde als nationaler Symbolbaum, zahlreiche Ortsbezeichnungen leiten sich von ihr ab (z. B. Česká Lípa, Lipno-Stausee, Lipnice, Lipník, Lípová). In Kroatien wird in Linden als Untereinheit der nationalen Währung gezahlt (kroat. lipa = Linde).

Das Naturdenkmal Kasberger Linde (auch als Kunigundenlinde oder Franzosenlinde bekannt) ist eine Sommer-Linde am Rand des Gräfenberger Ortsteils Kasberg im Landkreis Forchheim. In der Nähe des Baumes wurden im Mittelalter vermutlich Gerichtstage abgehalten. Nach unterschiedlichen Schätzungen ist die Linde 600 bis 1000 Jahre alt und seit mindestens 1976 als Naturdenkmal bei der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Forchheim gelistet. Direkt neben der alten Kasberger Linde steht eine weitere, etwa 150-jährige Linde.
Einer Sage zufolge soll die heilige Kaiserin Kunigunde, die Gemahlin von Kaiser Heinrich II., vor etwa 1000 Jahren die Linde eigenhändig gepflanzt oder sie besucht haben. Nach Kunigunde, die in Franken seit ihrer Heiligsprechung durch Papst Innozenz III. im Jahr 1200 eine hohe Popularität besaß, wurden im fränkischen Raum weitere Linden, wie in Gräfenberg und in dem südlich von Würzburg gelegenen Burgerroth, benannt. Über die Sage der Pflanzung der Kunigundenlinde steht in der Chronik von Gräfenberg von 1850.

Die Linner Linde (im Aargauer Volksmund "d'Lende vo Lenn") ist eine markante Winter-Linde auf dem Gemeindebann von Linn im Kanton Aargau in der Schweiz.
Mit einer Höhe von 25 Metern und einem Umfang von 11 Metern gilt sie als der mächtigste Baum des Aargaus. Die Legende besagt, dass die Linde zum Gedenken an die Pest von einem der letzten übrigbleibenden Dorfbewohner gestiftet wurde. Die Pest wütete im Dorf Linn im 16./17. Jahrhundert besonders heftig. Das tatsächliche Alter der Linde ist aber weit höher.
Eine weitere Sage besagt, dass die Welt untergehen müsse, wenn die Linde eines Tages nicht mehr einmal jährlich ihren Schatten auf das Schloss Habsburg, den Stammsitz der gleichnamigen Dynastie werfe: «Leit d linde nüm ihres chöpfli ufs Ruedelis hus, se eschs met allne wälte us» (mit «Ruedeli» ist Rudolf von Habsburg gemeint).

Als eine der ältesten Linden Deutschlands gilt die Wolframslinde in Ried bei Bad Kötzting im Bayerischen Wald. Sie soll der Legende nach über 1000 Jahre alt sein. Wahrscheinlicher ist ein Alter von bis zu 800 Jahren.
Die Sommerlinde hat einen Stammumfang von 13 Metern und eine Höhe von 14 Metern. Die Hauptkrone des Baumes wurde 1950 von Stürmen schwer beschädigt. Die Linde wurde im Jahr 1967 von dem "Baumchirurgen" Michael Maurer behandelt und abgestützt, wodurch die bizarre und knorrige Linde für die Zukunft erhalten werden sollte. Dabei wurden Maßnahmen durchgeführt, die heute nicht mehr dem Stand des Wissens entsprechen. So wurde das morsche Stammholz bis ans gesunde Holz abgedexelt, wodurch – wie man heute weiß – der Befall mit Baumpilzen gefördert wird. Obwohl die Linde seit Jahrhunderten hohl ist und praktisch nur noch auf ihrer Rinde steht, ergrünt und erblüht sie alle Jahre wieder aufs Neue.
Den Namen erhielt der Baum erst in der Neuzeit nach dem mittelalterlichen Epiker Wolfram von Eschenbach, der um 1200 in seinem Parzival die nahe Burg am Haidstein als Aufenthaltsort einer geheimnisvollen Markgräfin nennt (Adela von Vohburg?).

Außerhalb der Schaumburg auf einem Zugangsplatz steht eine etwa 600 Jahre alte Linde, die sogenannte Blutlinde. Auf sie bezieht sich eine Sage: "So wahr dieses Lindenreis, das ich hier pflanze, grünen und blühen wird, bin ich unschuldig!", soll eine junge Frau gesagt haben, die hier um 1400 in einem Hexenprozess zum Tode verurteilt wurde.
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